Die Marktgemeinde Eisgrub


Eisgrub (heute Lednice) liegt 8 km von Lundenburg entfernt am rechten Ufer der Thaya. Adamar und Lipert „de Izgruobi“ errichteten um 1220 hier eine Feste, die den Übergang über den Fluss schützte. 1322 gelangte Eisgrub zunächst bis 1582 als Lehen der Böhmischen Krone und dann bis 1945 als Eigentum an die Liechtenstein. Im Jahre 1426, zur Zeit der Hussitenkriege wurde Eisgrub verwüstet und viele Einwohner ermordet.

Wappen von EisgrubUnter Hartmann von Liechtenstein (†  1585) wurde die alte Festung in ein Renaissance-Schloss umgebaut, das der Familie seit Anfang des 17. Jahrhunderts als Residenz diente. Eisgrub wurde schon im Jahre 1629 zum Markt erhoben. Die Marktgemeinde besitzt das Recht, ein Wappen zu führen.  Das Wappen ist gold  rot geteilt. Im oberen Feld befinden sich drei große und vier kleine Eicheln, im unteren ein schwarzgold geschachtelter Pfahl mit 15 Feldern.

Karl Eusebius von Liechtenstein († 1684) gab ein Jahrhundert später weitere Umbauten in Auftrag, an denen sich 1688–90 auch Johann Bernhard Fischer von Erlach mit einem Projekt für die Reithalle beteiligte. Das so entstandene Barockschloss war von einem Park umgeben, in dem 1715 eine nach Feldsberg führende Allee und zwei Jahre später neuer 180 m langer Teich angelegt wurden.

Schloss Eisgrub Gestüthof
Der Gestütshof des Eisgruber Schlosses nach einem Stich des 18. Jahrhunderts.

Quelle: Witzany Michael: Die Marktgemeinde Eisgrub .. Bd. 2
Schloss Eisgrub Reithof heute
Der Reithof des Eisgruber Schlosses heute.

Aufnahme: Dezember 2005

Mit Johann Joseph von Liechtenstein (1760-1836) hielt Anfang des 19. Jahrhunderts die Romantik Einzug in Eisgrub: Im 1805-11 umgestalteten Park, in dem 1797 - 1802 ein 60 m hohes Minarett errichtet worden war, entstanden 1807 eine künstliche Burgruine, nach 1816 das Grenz-, Teich- und Jagdschloss sowie 1825 der Tempel der Drei Grazien. Berühmt wurde das von einem englischen Fachmann entworfene und 1843 - 45 erbaute Treibhaus mit seinen exotischen Gewächsen. Das Glashaus ist östlich an das Schloss angebaut und bildet den Wintergarten. Es wurde nach den Muster des Londoner Glaspalastes 1842 bis 1845 gebaut. Es ist 92 m lang 13 m breit und 10 m  hoch. In seiner ganzen Ausdehnung besteht das Glashaus aus einem gewölbeartigen Eisengerippe, in welches überall gleich große Glastafeln gefügt sind. Das Schloss selbst wurde nach 1846 vom Wiener Architekten Georg Wingelmüller in einen Gebäudekomplex mit 8 Flügeln und 4 Innenhöfen verwandelt, der, im Stil der englischen Gotik gehalten, zu den  bedeutendsten Zeugnissen der historistischen Baukunst zählt. * (Bahlcke Joachim, Eberhard Winfried, Polivka Miroslav: Böhmen und Mähren, Handbuch der historischen Stättten, Alfred Kröner Verlag Stuttgart, 1998, S 131, 132.)

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